Das Olympiastadion Berlin verwandelt sich beim Lollapalooza in ein strahlendes Lichtermeer vor zehntausenden Fans. Die 10. Jubiläumsausgabe des Lollapalooza Berlin steigt am 12. und 13. Juli 2025 im Olympiastadion und Olympiapark. Fans dürfen sich auf ein zweitägiges Spektakel freuen, das musikalisch keine Wünsche offen lässt. Von globalen Pop-Ikonen über K-Pop-Superstars bis hin zu Techno-Legenden, Indie-Newcomern und lokalen Geheimtipps – das Line-up ist so bunt und international wie Berlin selbst . Hier kommt eine Vorschau auf die Höhepunkte des Festivals, thematisch sortiert nach Headlinern, Genre-Highlights und der einzigartigen Lolla-Atmosphäre.
Headliner: Pop-Ikonen und K-Pop-Sensationen
Justin Timberlake – der Mann, der uns seit den 90ern Ohrwürmer beschert – führt das diesjährige Line-up an. Der US-Popstar macht auf seiner “Forget Tomorrow”-Welttournee einen exklusiven Abstecher nach Berlin. Mit im Gepäck hat er ein Jahrzehnt an Hits von “SexyBack” bis “Can’t Stop The Feeling”, dazu eine Bühnenshow voller Tanz, Funk und Feuerwerk. Timberlake verspricht, das Olympiastadion in kollektive Euphorie zu versetzen – Gänsehaut und Jubelchöre garantiert.
Ein besonderes Highlight und wahrer Coup für Lolla Berlin: J-Hope. Der Rapper und Tänzer von K-Pop-Giganten BTS kommt für eine seltene Solo-Performance nach Europa. K-Pop-Fans können ihr Glück kaum fassen, denn Auftritte von J-Hope sind diesseits von Südkorea absolute Raritäten. Mit atemberaubender Choreografie, energiegeladener Bühnenshow und Hits aus seinem Mixtape “Hope World” wird J-Hope das Publikum in eine andere Dimension mitnehmen – ein einmaliges Erlebnis, das sicher für kreischende Mengen und leuchtende Fanherzen sorgen wird.
Auch Gracie Abrams, RAYE und Benson Boone zählen zur Headliner-Riege und repräsentieren die neue Generation an Popstars. Gracie Abrams – derzeit international erfolgreich als einfühlsame Singer-Songwriterin – wird mit ihren gefühlvollen Indie-Pop-Hymnen für emotionale Momente sorgen. Die 23-Jährige, die schon als Support für Taylor Swift auftrat, gilt als “Geheimwaffe für Gänsehaut” und dürfte mit Songs wie “Feels Like” oder “I know it won’t work” das Publikum zum Mitsingen bringen. RAYE, britische Ausnahmekünstlerin und frischgebackene Chartstürmerin (“Escapism”), ist Stil-Ikone und musikalisches Chamäleon zugleich. Ihr mitreißender Mix aus Pop, R&B, Jazz und Dance hat sie 2023 bis an die Spitze der UK-Charts katapultiert. Live überzeugt RAYE mit starker Stimme, emotionaler Authentizität und einer Bühnenpräsenz, die elegant und energiegeladen zugleich ist. Benson Boone schließlich – TikTok-Entdeckung und US-Newcomer – zeigt, dass auch die Gen Z große Balladen kann. Bekannt wurde er durch virale Hits wie “In the Stars”, und mit seiner kraftvollen Stimme sowie jugendlichem Charme erobert er die Herzen im Sturm. Fun-Fact: Boone ist nicht nur Sänger, sondern auch Akrobat – bei seinen Shows baut er gern mal einen Salto ein. Man darf gespannt sein, ob er auch in Berlin einen Überschlag auf die Bühne zaubert, während tausende Smartphones leuchten.
Internationale Stars: Von K-Pop bis Kanada
Neben den Headlinern locken zahlreiche internationale Top-Acts unterschiedlicher Genres nach Berlin . Aus Südkorea reist die aktuell heißeste Girlgroup IVE an. Das sechs-köpfige K-Pop-Phänomen steht für eingängigen, selbstbewussten Sound und aufwendige Choreografien. Mit Hits wie “LOVE DIVE” und “I AM” haben IVE weltweit Charts erobert und Millionen Follower – ihr Auftritt in Berlin wird ein Fest für K-Pop-Stans und Neulinge gleichermaßen, die sich auf süße Melodien, synchronen Tanz und glitzernde Outfits freuen dürfen.
Für feinsten R&B-Pop aus UK sorgen FLO, ein Londoner Trio, das als Gewinner des BBC Sound of 2023 gehypt wurde. FLO lassen die Ära der 90er/00er-Girlgroups aufleben – man denkt an Destiny’s Child oder TLC, wenn Stella, Renée und Jorja ihre Harmonien anstimmen. Songs wie “Cardboard Box” oder “Fly Girl” verbinden Old-School-Vibes mit modernem Twist. Live überzeugen FLO mit starken Vocals und relaxten Dance-Moves – perfekte Sommer-Vibes für das Festival.
Aus Schweden reist Benjamin Ingrosso an – ein Popstar mit skandinavischem Flair. Der Sänger (und Gewinner des schwedischen „Let’s Dance“) kombiniert funkigen Disco-Pop mit schmelzenden Balladen. Titel wie “Do You Think About Me” oder “All Night Long” zeigen sein Gespür für eingängige Melodien. In der Heimat füllt er längst Hallen; in Berlin dürfte Ingrosso mit Charme und Groove so manche neuen Fans gewinnen.
Auch Mother Mother stehen im Line-up – die kanadische Indie-Rock-Band ist seit Jahren international erfolgreich und insbesondere dank TikTok-Songs wie “Hayloft” auch beim jungen Publikum Kult. Die schrillen Vocals von Sänger Ryan Guldemond und die mitreißenden Refrains ihrer Alternative-Hits sorgen live für ausgelassene Stimmung. Mother Mother bringen kanadische Coolness und ein bisschen Rock-Attitüde ins hauptsächlich poppige Programm, was für willkommene Abwechslung sorgt.
Nicht zu vergessen Ashnikko, die exzentrische US-Alt-Pop-Künstlerin mit blauen Haaren und unverblümten Lyrics. Ashnikko, bekannt durch virale Tracks wie “Daisy” und “Slumber Party”, vereint Rap, Pop und Hyperpop-Elemente in ihrem Sound. Live ist sie eine Wucht: schrille Outfits, gnadenlose Energie und ein empowerndes, feministisches Statement in jedem Song. Ihr Set dürfte eines der wildesten des Wochenendes werden – moshende Mengen und kreischende Fans inbegriffen.
Elektronische Highlights: Von Trance-Legenden zu Techno-Underground
Elektronische Musik hat bei Lollapalooza traditionell ihr eigenes Reich – und 2025 ist dieses reich bestückt mit Stars der Szene. Armin van Buuren, holländische Trance-Ikone und fünfmaliger Nummer-1-DJ der Welt, wird eine ekstatische EDM-Messe feiern. Wer ihn schon mal live erlebt hat, weiß: Sobald Armin seinen Über-Hit “Blah Blah Blah” oder Klassiker wie “This Is What It Feels Like” auflegt, gibt es kein Halten mehr. Mit strahlendem Lächeln und unermüdlicher Energie schickt er die Crowd auf eine Reise in trancegetränkte Glückseligkeit – Hände in die Luft und Augen zu vor Verzückung.
Für Freunde druckvoller House-Beats stehen gleich mehrere angesagte Acts bereit. Dom Dolla, australischer House-DJ und Produzent, hat sich in den letzten Jahren vom Underground-Geheimtipp zum Festival-Dauerbrenner gemausert. Seine Tracks “Take It” und “San Frandisco” sind moderne House-Hymnen, und Dom Dollas Live-Sets – etwa auf dem Coachella oder Tomorrowland – sind legendär für ihren Drive. In Berlin wird er sicher dafür sorgen, dass der Bass durch Mark und Bein geht und tausende Füße permanent in Bewegung bleiben. Ähnliches gilt für John Summit: Der junge Amerikaner ist derzeit einer der heißesten Namen der House/Techno-Szene. Mit Hits wie “Deep End” und “Where You Are” (mit Hayla) erobert er sowohl Charts als auch Clubs. John Summit liebt es, auf Social Media ein wenig den Partyclown zu geben, aber an den Decks versteht er sein Handwerk – sein Set auf der Perry’s Stage wird einen wahren Rave entfachen. Ebenfalls mit dabei ist Miss Monique, eine der erfolgreichsten DJs Osteuropas. Die Ukrainerin hat auf YouTube Millionen Klicks mit ihren Progressive-House-Mixen gesammelt. Ihr Sound ist melodisch, hypnotisch und baut sich langsam zu euphorischen Höhepunkten auf – perfekt für eine spätere Stunde, wenn die Sonne über dem Olympiapark untergeht und die Menge in Trance tanzt.
Techno-Fans können sich auf ANNA freuen, eine Techno-Queen aus Brasilien. ANNA vereint südamerikanisches Feuer mit brachialen europäischen Techno-Beats. In ihren Sets – u.a. gefeiert beim Tomorrowland – wechselt sie mühelos zwischen knallharten Kickdrums und sphärischen Melodien. Die gebürtige São Pauloerin gilt als Meisterin des modernen Techno, die sowohl im Underground-Club als auch auf der großen Bühne funktioniert. In Berlin wird sie dem Publikum ordentlich einheizen und zeigen, warum sie zu den gefragtesten Acts der globalen Technoszene gehört.
Ein besonderes Schmankerl für die Berliner Szene steht mit Brutalismus 3000 auf dem Programm. Das Duo aus Berlin nennt seinen Stil augenzwinkernd “nu gabber post techno punk” – hier trifft harter Gabber-Techno auf Punk-Attitüde und NDW-Vibes. Live bedeutet das: Hochgeschwindigkeits-Beats, verzerrte Synthies und Sängerin Victoria v.V.’s rotzige deutsche Vocals. Ihr Hit “Die Liebe kommt nicht aus Berlin” ist schon jetzt ein Szene-Klassiker. Auf heimischem Boden dürfte Brutalismus 3000 einen der unvergesslichsten Abrisse des Wochenendes liefern und beweisen, dass Berlin in Sachen Underground-Rave weiterhin tonangebend ist.
Auch Nora En Pure bringt elektronischen Flair – allerdings in ganz anderer Form. Die in Südafrika geborene und in der Schweiz lebende DJane steht für melodischen Deep House mit tropischem Einschlag. Ihre Sets sind oft entspannte Reisen mit Pianomelodien und warmen Bässen. Als Sonnenuntergangs-Act könnte Nora En Pure ein traumhaftes Panorama aus Sound und Stimmung zaubern, bei dem man sich fast wie am Strand fühlt, obwohl man mitten in Berlin steht.
Ein weiteres Highlight: SKIY, eine in Deutschland geborene DJ/Produzentin mit bosnisch-kroatischen Wurzeln. Sie kombiniert treibende House-Grooves mit orientalischen und lateinamerikanischen Klangelementen. Das Ergebnis ist ein unverwechselbarer Sound, der gleichermaßen clubbig wie exotisch klingt. SKIY gilt als aufstrebende Größe in der europäischen Clubszene – ihr Auftritt in der Heimatstadt Berlin dürfte also vor Euphorie nur so sprühen, wenn sie die Perry’s Stage in eine globale Dancefloor-Fusion verwandelt.
Freuen darf man sich zudem auf Avaion, einen deutschen DJ/Producer aus Franken, der aktuell international durchstartet. Avaion schlägt die Brücke zwischen emotionalem Songwriting und clubbigen Beats. Sein Track “Pieces” vereinte beispielsweise sanften Gesang mit einem knackigen Deep-House-Drop – ein Spagat, den er live mit live eingespielten Vocals und druckvollen Drops perfekt inszeniert. Wer sowohl tanzen als auch fühlen will, ist bei Avaion genau richtig.
Und als wäre das nicht genug, stehen noch mehr elektronische Acts bereit: Der türkische DJ Mahmut Orhan bringt Orient-Flair mit (sein Hit “Feel” kombinierte Deep House mit türkischen Instrumentalklängen und wurde zum Sommerhit). Argy, ein griechischer House-DJ, wird mit deepen Grooves und vielleicht einem Hauch Ibiza-Feeling überzeugen – er ist Stammgast in Clubs wie DC-10 und weiß genau, wie man eine Crowd zum Kochen bringt. Und nicht zuletzt Sofi Tukker: Das New Yorker Duo (Sophie Hawley-Weld und Tucker Halpern) verschwimmt die Genre-Grenzen zwischen Elektronik und Pop. Ihre tropisch inspirierten Hits wie “Drinkee” oder “Purple Hat” und ihre liebevolle, energiegeladene Performance machen jedes Sofi-Tukker-Konzert zur ausgelassenen Dschungel-Party. Auf dem Lolla werden sie mit Sicherheit riesige bunte aufblasbare Palmen oder Tiere auf der Bühne haben und das Publikum von der ersten Sekunde an in Bewegung versetzen – Tanzgarantie!
Indie, Pop & Alternative: Gitarren, Glam und große Gefühle
Lollapalooza Berlin 2025 hat auch für Fans von Indie-Rock und Alternative-Pop einiges im Angebot. Ein Name, der schon vor dem Festival für Buzz sorgt, ist The Last Dinner Party. Die fünfköpfige Band aus London hat mit nur wenigen veröffentlichten Songs für Furore gesorgt – ihr Barock-Pop trifft Post-Punk Sound lässt Kritiker an Größen wie Florence + The Machine oder sogar Kate Bush denken. In opulenten Outfits und mit dramatischem Vortrag verbinden The Last Dinner Party Glam-Rock-Theatralik mit Indie-Edge. Ihr Song “Nothing Matters” strotzt vor großen Gesten und hymnischem Refrain. Live dürfte das Quintett eine spektakuläre Show abliefern, die irgendwo zwischen Konzert und Inszenierung angesiedelt ist – definitiv ein Act, den man sich als neugieriger Musikfan nicht entgehen lassen sollte.
Magdalena Bay aus Los Angeles werden das Herz von Synth-Pop-Liebhabern höherschlagen lassen. Das Duo, bestehend aus Mica Tenenbaum und Matt Lewin, kreiert elektronische Popmusik mit starkem 80er-Jahre-Einschlag: glitzernde Synthesizer, träumerische Melodien und eine Prise Neon-Ästhetik. Songs wie “Secrets (Your Fire)” oder “Killshot” zeigen ihre Vorliebe für Retro-Futurismus – man fühlt sich an das Stranger-Things-Intro oder alte Videospiele erinnert. Auf der Bühne untermalen Magdalena Bay ihre Performance gern mit DIY-Visuals und verrückten Einspielern, was ein echtes audiovisuelles Erlebnis schafft. Die Mischung aus eingängigen Pop-Hooks und Indie-Electro-Kunst wird sicherlich auch Open-Air wunderbar funktionieren und das Publikum in einen retro-futuristischen Rausch versetzen.
Für Gitarrenfans stehen Royel Otis bereit – ein aufstrebendes Indie-Duo aus Australien. Royel Otis kombinieren Surf-Pop und Indie-Rock, ihre Songs klingen nach Roadtrip und Strandparty. Interessant: Bekannt wurden sie u.a. durch wunderbar unerwartete Cover-Versionen globaler Hits, etwa “Murder on the Dancefloor” (Sophie Ellis-Bextor) oder “Linger” (The Cranberries), denen sie ihren eigenen Dream-Pop-Stempel aufdrückten. In Berlin werden Royel Otis sicherlich auch eigenes Material spielen – sommerlich-leichte Tracks wie “Kool Aid” passen perfekt in die Festival-Sonne. Wer auf Bands wie Phoenix oder MGMT steht, sollte hier vorbeischauen und sich von australischer Lässigkeit anstecken lassen.
Eine ordentliche Portion Alternative-Rock bringt die französische Band Last Train mit. Last Train stehen für druckvollen, gitarrenlastigen Sound – man hört den Einfluss von Blues-Rock und Garage. In Frankreich sind die vier Jungs schon eine feste Größe der Rockfestivals. Ihre Shows sind energiegeladen und schnörkellos: raue Riffs, treibende Drums und der heisere Gesang von Frontmann Jean-Noël Scherrer – das ist pure Rock-Essenz. Für Lolla Berlin sind Last Train ein kleiner Exotenbonus im Line-up, der insbesondere Rock-Puristen erfreuen wird, die zwischen all dem Pop und Electro auch mal wieder eine Portion handgemachte Gitarrenpower brauchen.
Für schräge Kunst-Pop-Momente dürfte Confidence Man sorgen. Das Quartett aus Australien – zwei Sänger/Performer, zwei Musiker – hat sich mit funky Electro-Pop und aberwitzigen Bühnenshows einen Ruf erspielt. Ihre Performances sind halb Konzert, halb Aerobic-Session: In schillernden Outfits tanzen und hüpfen Janet Planet und Sugar Bones unentwegt zu Songs wie “Boyfriend (Repeat)” oder “Holiday”. Mit augenzwinkerndem Humor (Stichwort: konfettispeiende Keytar) machen Confidence Man jedes Konzert zur ausgelassenen Dance-Party. Wer Lust auf absurden, absolut tanzbaren Indie-Pop hat, wird hier bestens bedient – Stillstehen unmöglich!
Auch Neil Frances aus Los Angeles passen perfekt ins sonnige Festivalsetting. Das Duo (und live manchmal Quartett) kreiert smoothe Indie-Electronica, die zum Chillen und Grooven gleichermaßen taugt. Tracks wie “Music Sounds Better With You” (eine lässige Neuinterpretation des Stardust-Klassikers) oder “Tell Me” verbinden elektronische Beats mit Live-Instrumenten und souligen Vocals. Man kann sich vorstellen, wie Neil Frances am Nachmittag im Olympiapark eine relaxte, aber rhythmische Stimmung verbreiten – ideal, um im Gras liegend mitzuwippen oder an der Bierbar den Kopf nicken zu lassen.
Hip-Hop, Rap & Global Beats: Fette Rhymes und heiße Grooves
Hiphop-Heads und Fans globaler Urban-Sounds kommen 2025 ebenfalls auf ihre Kosten. BigXthaPlug, ein Rapper aus Dallas, Texas, bringt authentischen Southern Hip-Hop nach Berlin. Mit Songs wie “Texas” und “Whip It” hat er sich in der US-Rap-Szene einen Namen gemacht . BigX’ markante tiefe Stimme und basslastige Beats werden die Menge ordentlich durchrütteln. Wer auf US-Trap und Club-Banger steht, sollte sich diesen Auftritt vormerken – hier gibt’s dreckige Beats und Straßen-Attitüde pur.
Aus einer ganz anderen Ecke des Rap-Kosmos stammt Shaboozey. Der amerikanische Künstler sprengt Genre-Grenzen, indem er Hip-Hop mit Country-Elementen verschmilzt. Ja, richtig gelesen – Shaboozey rappt schon mal über Western-Gitarren oder lässt in seinen Tracks Cowboy-Flair aufkommen. Bekannt wurde er durch den Song “Tall Boy” und einen Beitrag zum Soundtrack von “Spider-Man: Into the Spider-Verse”. Seine Live-Performances gelten als äußerst unterhaltsam, weil sie so unkonventionell sind: Man stelle sich einen Cowboyhut tragenden Rapper vor, der das Publikum mit “Yeehaw!” anfeuert und dabei trotzdem deftige 808-Bässe liefert. Shaboozey ist sicherlich einer der originellsten Acts im Line-up und ein echter Geheimtipp für offene Ohren.
Freunde des Oldschool-Raps sollten Joey Valence & Brae nicht verpassen. Das Duo aus den USA wird oft als “Beastie Boys des 21. Jahrhunderts” bezeichnet – und das nicht ohne Grund. Ihre Tracks wie “Punk Tactics” oder “Crank It Up” klingen, als hätte man Beastie Boys und Run-D.M.C. in die Zeitmaschine gesetzt und mit modernen Beats gepimpt. Live sind Joey Valence & Brae ein absolutes Abrisskommando: schnelle Raps im Wechselspiel, fette Breakbeats und eine Energie, die bis in die letzte Reihe springt. Hier gibt’s wahrscheinlich auch Circle Pits und oldschool Breakdance-Moves – Hiphop meets Punk-Spirit. Für alle, die nostalgisch auf 90er-Rap stehen oder einfach eine fette Portion Spaß und Action suchen, wird dieses Set ein Höhepunkt.
Internationale Hip-Hop-Flavours bringen CA7RIEL & Paco Amoroso auf die Bühne. Das Duo aus Buenos Aires, Argentinien, mixt Trap-Beats mit Latin-Einflüssen, Funk und sogar Rock-Elementen. In Südamerika füllen sie große Hallen und ihre Tiny Desk Concert-Performance ging viral. Ihre Musik ist sexy, groovy und unberechenbar – mal autotune-getränkter Trap, mal fast psychedelic Rock. Live treten Ca7riel (der Sänger/Rapper) und Paco (der hypeman) mit Band auf und liefern eine explosive Show, bei der Latin-Rhythmen und fette Beats Hand in Hand gehen. Sprachbarrieren spielen hier keine Rolle: Die Energie und die Hooks reißen jeden mit. Es dürfte einer der aufregendsten Gigs für Fans von globalem Hip-Hop werden – Südamerika-Feeling in Berlin!
Nicht zuletzt sei Frankie Stew & Harvey Gunn erwähnt, ein Duo aus Brighton, UK, das einen ganz eigenen Ansatz mitbringt. Frankie Stew rappt mit britischem Akzent introspektive, ehrliche Texte, während Harvey Gunn atmosphärische Beats zwischen Hip-Hop und UK Garage beisteuert. Das Resultat erinnert etwas an The Streets oder Loyle Carner – also eher zurückgelehnter Sound zum Zuhören. Live haben die beiden eine Live-Band im Rücken, was dem Ganzen noch mehr Tiefe verleiht. Ihr Auftritt könnte eine schöne Atempause im hektischen Treiben sein: Kopfnicken, gute Lyrics und ein bisschen UK-Flavour genießen.
Newcomer & Geheimtipps: Frische Klänge entdecken
Abseits der großen Namen lohnt es sich, beim Lolla auch die kleineren Bühnen und früheren Slots zu besuchen – hier verstecken sich nämlich die Geheimtipps und zukünftigen Lieblinge von morgen. Ein Name, den man sich merken sollte, ist Artemas. Der britische Multi-Instrumentalist und Sänger vereint Einflüsse aus R&B, Indie und sogar Grunge. Sein TikTok-Hit “I Like The Way” bescherte ihm 2024 den Durchbruch. Artemas’ Songs sind bittersüß, mit cleveren Hooks – live könnte er mit Band auftreten und die Mischung aus souligen Vocals und rockigen Gitarren zünden. Für Fans von Künstlern wie Frank Ocean oder Miguel mit alternativem Twist definitiv spannend.
Mark Ambor repräsentiert die Singer-Songwriter-Fraktion. Der New Yorker, der 2024 mit “Belong Together” erstmals die Charts erklomm, steht für optimistischen Pop mit Folk-Einschlag. Seine positive Ausstrahlung und eingängigen Refrains haben ihm eine treue Fangemeinde eingebracht. Mark Ambor live heißt: ein Typ mit Gitarre (und breitem Grinsen) schafft es, Tausende zum Mitwippen zu bewegen. Wahrscheinlich einer der Acts, bei dem spontan Lichter hochgehen und ein Gemeinschaftsgefühl entsteht – perfekt für den frühen Abend, wenn die Stimmung gemütlich ist.
Aus heimischen Gefilden kommt Kapa Tult, eine junge Indie-Pop-Band aus Berlin. Die Truppe bezeichnet ihren Stil als “Kaktus-Pop” – was wohl so viel heißen soll wie stachelig-süßer Indie-Sound mit Ecken und Kanten. Kapa Tult sind bekannt dafür, live das Publikum ordentlich in Tanzlaune zu versetzen. Eingängige deutsche Texte, elektronische Spielereien und ein Hauch Punk-Attitüde machen Songs wie “Leck Mich” zu kleinen Ohrwürmern. Als Lokalmatadore im Line-up könnten sie zum Geheimfavoriten avancieren und den Heimvorteil nutzen, um ihre Stadt in Beschlag zu nehmen.
Auch Ritter Lean gehört zur neuen Berliner Schule, allerdings aus der Rap-Ecke. Der junge Rapper erzählt in seinen Texten vom Großstadtdschungel Berlin – von durchfeierten Nächten, Kneipenkrachern und dem Lebensgefühl der verlorenen Mittzwanziger. Musikalisch baut Ritter Lean auf vibey Beats mit Einflüssen aus Trap und Pop. Sein Track “Kippen + Schlechter Wein” wurde auf YouTube zum Hit. Live dürfte er einige der Texte mit einem Augenzwinkern performen – und vielleicht schaut ja der ein oder andere lokale Rap-Kollege vorbei (seine Kollabo “NPCs” mit Ski Aggu ließ zuletzt aufhorchen). Für Fans deutschsprachiger Musik definitiv einen Abstecher wert.
Ein Geheimtipp aus der Hyperpop-Ecke ist Filly. Die Wiener Künstlerin mischt Pop, Drum& Bass und elektronische Elemente zu einem knallbunten Soundcocktail. Ihr Song “Motorola” sorgte online bereits für Furore. Filly steht für grenzenlose Kreativität im Pop: mal verspielt und süß, mal brachial und basslastig. Auf der Bühne trifft man bei ihr auf wilde Tanzeinlagen, schillernde Visuals und jede Menge Power. Wer Charli XCX oder 100 gecs mag, wird Filly lieben – und alle anderen dürften zumindest fasziniert sein, was da auf der Bühne passiert.
Aus Großbritannien kommt mit Alessi Rose eine weitere Newcomerin, die es zu entdecken gilt. Die 22-jährige Singer-Songwriterin aus Derby gilt als Hoffnung der britischen Poplandschaft. Ihre EP “For Your Validation” zeigt ehrliche Texte über Liebeskummer und Selbstfindung, verpackt in glasklare Popmelodien. Alessi Rose hat eine sanfte, zugleich ausdrucksstarke Stimme – live könnte sie für die ruhigeren, herzerwärmenden Momente sorgen, in denen man einem Newcomer gebannt lauscht und ahnt: von der hören wir noch mehr.
Einen frischen Mix aus Soul und elektronischem Pop liefert MICO. Der kanadische Sänger (bürgerlich Miguel Veloso) hat sich über YouTube und TikTok einen Namen gemacht und gilt in der Alt-Pop-Szene als aufstrebender Künstler. MICO kombiniert emotionalen Gesang mit modernen Beats – sein Song “internet crush” etwa thematisiert Online-Lieben und hat catchy Hooks. Auf der Bühne dürfte er mit Band oder zumindest Live-Instrumentierung auftreten, was den Songs zusätzliche Wucht verleiht. Ein Act, der insbesondere jüngere Festivalbesucher anspricht und modernen Popgeist atmet.
Aus der Kategorie „schillernde Social-Media-Popsensation“ stammt Inji. Die US-Newcomerin erlangte Bekanntheit, als ihr ironisch-witziger Elektropop-Track “GASLIGHT” viral ging. Inji paart eingängige Beats mit frechen Lyrics – man merkt ihr an, dass sie aus der Internetgeneration kommt und musikalisch gerne mit Memes und Trends spielt. Live bedeutet das vermutlich: ein abgefahrenes Set mit viel Augenzwinkern, wo man gleichzeitig tanzen und lachen kann. Als Geheimtipp für Neugierige sicher einen Stopp wert.
Weitere vielversprechende Acts im Line-up sind Remy Bond, eine Sängerin aus New York mit Lana-Del-Rey-Vibes, Wasia Project, ein britisches Geschwister-Duo (Will Gao ist bekannt aus der Netflix-Serie “Heartstopper”) mit verträumtem Indie-Jazz-Pop, sowie almost monday, drei kalifornische Sunny-Boys, deren Indie-Pop-Rock à la “Broken People” perfekt zum sommerlichen Festival-Feeling passt. Außerdem sollte man BUNT. nicht verpassen: Das deutsche Duo mischt Folk-Instrumente (Banjo! Akkordeon!) mit elektronischen Beats – man stelle sich Avicii auf dem Oktoberfest vor. Ihre Songs wie “Journey” bringen jeden Saal und Zelt zum Hüpfen; in Berlin werden BUNT. mit Sicherheit für ausgelassene Stimmung sorgen und vielleicht den ein oder anderen Dad-Walk-Move im Publikum triggern. Und schließlich Neil Frances, Issey Cross, Joey Valence & Brae (siehe oben), Frankie Stew & Harvey Gunn (siehe oben) – die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Fest steht: Das Lolla Berlin 2025 wimmelt nur so vor Newcomern und Geheimtipps, die es zu entdecken gilt. Es lohnt sich also, früh zu kommen und sich auch abseits der Hauptbühne umzuschauen.
Festival-Atmosphäre: Mehr als Musik
Neben der Musik selbst verspricht Lollapalooza Berlin 2025 wieder ein Erlebnis für alle Sinne zu werden. Das Festivalgelände rund um das historische Olympiastadion verwandelt sich in eine bunte Spielwiese. Im Grünen Kiez dreht sich alles um Nachhaltigkeit und ein bewusstes Miteinander – hier präsentieren Initiativen und Start-ups kreative Ideen für eine umweltbewusste Zukunft, ganz gemäß dem Motto “Shaping mindful togetherness”. Lollapalooza Berlin wurde als erstes deutsches Festival nach DIN ISO 20121 zertifiziert und setzt damit ein Zeichen für Nachhaltigkeit im Großveranstaltungsbereich. Wer eine Pause vom Konzerttrubel braucht, kann durch den Grünen Kiez schlendern, sich bei Workshops inspirieren lassen oder einfach im Grünen entspannen.
Für die Fashionistas unter den Festivalgängern gibt es Fashionpalooza: eine eigene Welt für Mode, Styling und Selbstexpression. Hier kann man an DIY-Stationen sein eigenes Festival-Outfit pimpen oder lokalen Designern über die Schulter schauen. Bunte Installationen und kleine Modenschauen machen den Bereich zu einem Hingucker – schließlich war Lolla schon immer auch ein Laufsteg für ausgefallene Festival-Outfits.
Hungrige und durstige Seelen finden im Weingarten eine Oase der Entspannung. Dieser Bereich lädt mit Lounge-Möbeln, kühlen Drinks und ausgewählten Weinen zum Verweilen ein. Ein Glas Riesling im Schatten, während im Hintergrund leise die Beats von der Ferne rüberwehen – so lässt es sich aushalten. Natürlich kommen auch Streetfood-Fans nicht zu kurz: Über das Gelände verteilt warten Foodtrucks mit internationaler Küche, von veganen Burgern über Asia-Nudeln bis hin zur obligatorischen Currywurst ist alles dabei.
Familien sind beim Lollapalooza gern gesehene Gäste, dafür sorgt Kidzapalooza. Der kinderfreundliche Bereich bietet ein eigenes kleines Festival im Festival, mit kindgerechter Livemusik, Spielaktionen, Workshops und Betreuung, sodass die Kleinsten ihren Spaß haben, während Mama und Papa zu ihren Lieblingsacts tanzen können. Das macht Lolla zu einem Event für alle Generationen – ein Familientag im Ausnahmezustand, den die Kids so schnell nicht vergessen werden.
Und dann ist da noch ein Programmpunkt der besonderen Art: Stand-up-Comedy. Der in München lebende amerikanische Comedian Jordan Prince wird zwischen den musikalischen Acts für Lacher sorgen. Mit seinem Programm über deutsche Klischees – man darf sich also Witze über komplizierte Bürokratie, Bier und vielleicht die Berliner Schnauze vorstellen – bietet er in den Umbaupausen Unterhaltung der anderen Art. So kann man in der Tanzpause herzhaft lachen und entspannt sich für den nächsten musikalischen Angriff auf die Beine.
Die Atmosphäre des Lollapalooza Berlin lässt sich kaum in Worte fassen: es ist ein kunterbuntes Treiben aus Musik, Kunst und Kultur, das die einzigartige Berliner Sommer-Vibes einfängt. Wenn am Abend die Lichter des Olympiastadions angehen und ein Meer aus leuchtenden Armbändern und Handylichtern die Menge erhellt, während auf der Bühne gerade ein Superstar seine letzte Zugabe spielt, dann spürt man dieses kollektive Glücksgefühl, das nur Festivals erzeugen. Lolla Berlin steht seit 2015 für genau diese magischen Momente und hat sich längst als Highlight des Berliner Festivalsommers etabliert . 2025 verspricht das bisher größte und vielfältigste Kapitel dieser Erfolgsgeschichte zu werden – mit Musik für wirklich jeden Geschmack, einer ordentlichen Prise Berliner Charme und dem Gefühl, Teil von etwas ganz Großem zu sein. Kurz: Das Lollapalooza Berlin 2025 wird ein Festival-Erlebnis, an das man sich noch lange, lange erinnern wird. Bis Juli! Wir sehen uns vor der Bühne – oder im Grünen Kiez, oder auf der Tanzfläche, oder… Hauptsache mittendrin im Lolla-Fieber. | Foto Lollapalooza Berlin (2024)
Lollapalooza Berlin
2025
12. & 13. Juli 2025
Olympiastadion & Olympiapark Berlin