IMG_2981

Rock am Ring 2025 – Die große Jubiläums-Vorschau

Rock am Ring feiert 2025 sein 40-jähriges Jubiläum mit einem Line-up, das keine Wünsche offen lässt. Vom 6. bis 8. Juni pilgern 90.000 Fans zum Nürburgring, um eines der größten Rock-Festivals Europas zu zelebrieren.

Vorfreude auf das 40. Jubiläum

Rock am Ring 2025 steht unter einem besonderen Stern: Das Festival feiert seinen 40. Geburtstag – und ist so früh wie noch nie ausverkauft . 90.000 Tickets sind weg, was schon Monate vor Festivalstart die enorme Vorfreude der Fans zeigt. Gemeinsam mit dem Parallelfestival Rock im Park in Nürnberg (30 Jahre) verspricht diese Jubiläumsausgabe ein echtes Highlight der Festivalsaison 2025 zu werden . Die Veranstalter haben dafür 100 Acts auf vier Bühnen angekündigt – und sogar zwei „Very Special Anniversary Guests“ als Überraschungen fürs Freitags-Opening in petto . Es wird also nicht nur ein nostalgischer Rückblick, sondern vor allem ein rauschendes Fest mit einer bunten Mischung aus Legenden, aktuellen Größen, aufstrebenden Newcomern und spannenden Specials.

Die Zutaten für ein unvergessliches Wochenende sind gegeben: drei Tage voll mit Gitarrenriffs, Moshpits, Konfetti und Feuerwerk. Ob hartgesottener Metalhead, Punkrock-Veteran, Indie-Liebhaber oder Hip-Hop-Fan – beim Rock am Ring 2025 kommt jeder auf seine Kosten. Bevor wir ins Detail gehen, werfen wir einen Blick auf die größten Namen des Line-ups.

Headliner: Bring Me The Horizon, Slipknot & Korn

Die Headliner-Riege könnte kaum eindrucksvoller sein. Slipknot, Korn und Bring Me The Horizon führen an den drei Abenden das Programm an – drei Generationen harter Rockmusik, die den Ring zum Beben bringen werden.

• Bring Me The Horizon (Freitag) – Die vielleicht spannendste moderne Rockband der letzten Jahre übernimmt am ersten Abend das Zepter. BMTH aus Sheffield haben einen rasanten Aufstieg hingelegt: Vom Deathcore-Ursprung (Album „Count Your Blessings“) über Metalcore-Meilensteine wie „Sempiternal“ bis hin zu genreübergreifenden Hits auf „amo“ – jedes Album zeigte neue Facetten. 2025 spielen sie exklusiv ihre einzigen Europa-Shows bei Rock am Ring und Rock im Park – ein echter Coup der Veranstalter. Frontmann Oli Sykes weiß die Massen zu dirigieren, ob in harten Breakdowns („Chelsea Smile“) oder mit riesigen Singalongs bei neueren Electro-Rock-Hits wie „Throne“ oder „Can You Feel My Heart“. Eine bombastische Bühnenshow mit Visuals, Konfetti und mächtigen Chorälen dürfte den Freitag krönen. BMTH zeigen, wohin sich moderner Rock entwickeln kann – und dass sie als Headliner einer neuen Generation absolut würdig sind.

Slipknot (Samstag) – Die maskierten Metal-Giganten aus Iowa sind bekannt für ihre explosiven Liveshows und brachialen Hymnen. Songs wie „Duality“ und „Psychosocial“ sind seit zwei Jahrzehnten Pflichtprogramm im Moshpit. Am Nürburgring haben Slipknot bereits früher legendäre Auftritte hingelegt, und 2025 kehren sie als gefeierte Headliner zurück. Man darf sich auf eine gnadenlose Show mit donnernden Drums, neun entfesselten Musikern und einer Pyro-Show freuen, die Maßstäbe setzt. Frontmann Corey Taylor wird mit seiner Truppe sicher keine Gefangenen machen – das Motto lautet: „People = Shit“, und so chaotisch, laut und genial wird es auch vor der Bühne zugehen.

Korn (Sonntag) – Mit Korn steht eine weitere Metal-Legende ganz oben im Billing. Die Pioniere des Nu Metal aus Kalifornien feiern passend zum Jubiläum ein Stück Festivalgeschichte mit: Bereits Ende der 90er lösten Korn einen weltweiten Hype aus. Alben wie „Follow the Leader“ und „Issues“ prägten eine Ära, und Tracks wie „Freak on a Leash“ oder „Blind“ dürften in der Eifel tausende Fans zum Hüpfen bringen. Jonathan Davis und Co. haben live nichts von ihrer Wucht verloren – die tiefergestimmten Gitarren und Davis’ markanter Gesang inklusive Dudelsack-Einlagen sorgen für Gänsehaut bei alten und neuen Fans. Korn als Headliner ist auch ein Geschenk an die langjährigen Ringrocker, denn die Band ist nach Jahren wieder auf der großen Bühne am Ring zu erleben .

Pyro-Alarm am Nürburgring: Headliner wie Slipknot oder Korn werden mit gewaltiger Bühnenproduktion auftreten. Flammen, Feuerwerk und fette Riffs – Rock am Ring 2025 setzt auf Spektakel.

Mit diesen drei Headlinern hat Rock am Ring bereits drei Volltreffer gelandet. Doch das Line-up hält noch weitere Hochkaräter bereit, die an den jeweiligen Tagen knapp darunter rangieren und das Zeug zur Co-Headliner-Show haben.

Weitere Top-Acts: Von The Prodigy bis K.I.Z

Neben den Haupt-Headlinern sorgen etliche Top-Acts dafür, dass jeder Festivaltag bis zum Schluss spannend bleibt. Am Freitag stehen gleich zwei sehr unterschiedliche Co-Headliner auf dem Plan: The Prodigy und K.I.Z.

• Die britischen Electro-Rave-Legenden The Prodigy kehren an den Ring zurück und werden die Menge mit ihrem brachialen Big-Beat-Sound zum Ausrasten bringen. Hits wie „Firestarter“ und „Breathe“ haben schon in den 90ern Festivalgeschichte geschrieben. Auch ohne ihren verstorbenen Frontmann Keith Flint hält die Band das Andenken mit einer intensiven Live-Performance hoch – expect „Smack My Bitch Up“ at full volume und eine fette Lichtshow. Ihre Shows sind pure Energie, die elektronischen Beats schlagen die Brücke zwischen Rockern und Ravern. Ein später Slot im Dunkeln passt perfekt, um den Freitag in eine riesige Dance-Rock-Party zu verwandeln.

K.I.Z, Berlins berüchtigte Hip-Hop-Formation, mag auf den ersten Blick als Fremdkörper im Rock-Lineup wirken – doch wer die vier Herren kennt, weiß, dass sie live ebenso viel Krawall und Unterhaltung liefern wie manch Rockband. Mit bitterbösem Humor und Provokation haben K.I.Z in den letzten 15+ Jahren die Deutschrap-Szene aufgemischt. Tracks wie „Hurra die Welt geht unter“ (gemeinsam mit Henning von den Hosen) oder „Boom Boom Boom“ werden tausende Kehlen zum Mitgrölen bringen. Ihre Auftritte beim Ring sind rar, umso spezieller wird dieses Set: Man darf alberne Verkleidungen, derbe Sprüche und vielleicht die ein oder andere Wall of Death zum Rap erwarten. Ganz nebenbei repräsentieren K.I.Z den Trend, dass Rock am Ring seit einigen Jahren auch Hip-Hop-Headliner einlädt – genreübergreifende Vielfalt gehört zum Konzept.

Auch Samstag und Sonntag haben neben den Hauptacts weitere Zugpferde. Am Samstag wird Rise Against aus Chicago mit ihrem Melody-Core punkige Polit-Hymnen unter die Leute bringen. Die Band um Tim McIlrath hat mit Alben wie „Siren Song of the Counter Culture“ und „Appeal to Reason“ Ohrwürmer fürs Massenpublikum geschrieben – „Prayer of the Refugee“ oder „Satellite“ sind Festival-Evergreens. Ihre Mischung aus aggressivem Punk und eingängigen Refrains wird vor der Bühne für kollektives Springen und textsicheres Publikum sorgen. Rise Against sind seit Jahren Stammgäste in Deutschland und haben sich einen Ruf als mitreißende Liveband erarbeitet. Dieses Jahr gehören sie zu den prominentesten Namen am zweiten Tag.

Ebenfalls am Samstag stürmt Kontra K die Bühne – einer der erfolgreichsten deutschen Rapper, der mittlerweile stadienfüllend unterwegs ist. Kontra K bringt Straßenrap mit Metal-Anleihen und großer Band auf die Festival-Bühne. Tracks wie „Alles wird gut“ oder „Warnung“ gehen live erstaunlich gut zwischen Rock-Acts, da er auf druckvolle Beats und motivierende Texte setzt. Kontra K ist bekannt für seine Fitness und Bühnenaction – oft sieht man ihn mit freiem Oberkörper, Boxhandschuhen oder seinem Schäferhund auf der Stage. Als Vertreter des Deutschrap-Headlinerformats folgt er den Fußstapfen von Marteria, Casper & Co, die in vergangenen Jahren beim Ring überzeugten. Die Mischung aus harten Riffs (vom Live-Gitarristen) und Rap bringt Abwechslung ins Programm.

Am Sonntag dürfen wir uns auf Falling In Reverse freuen, die im Billing gleich hinter Korn auftauchen. Die US-Band um Frontmann Ronnie Radke hat sich in den letzten Jahren mit genre-sprengenden Songs wie „Popular Monster“ an die Spitze der modernen Rock-/Metalcore-Szene gesetzt. Ihr Sound mixt schwere Gitarren mit Hip-Hop-Beats und Pop-Refrains – Radkes charismatische (und polarisierende) Bühnenpräsenz inklusive. In Europa waren Falling In Reverse bislang selten live zu sehen, umso mehr Hype besteht. Man kann sicher mit Hits wie „The Drug in Me Is You“, massiven Breakdowns und einer aufgedrehten Show rechnen. Radke ist ein Entertainer, der die Crowd mit Ansagen ebenso fesselt wie mit seinem Wechsel zwischen Screams und Gesang. Das wird ein später Sonntagsslot, der den Abschlusstag noch einmal richtig anheizt.

Ein weiterer Top-Act am Sonntag ist Sleep Token aus England. Eine spannende Erscheinung: Die anonymen, maskierten Musiker um den geheimnisvollen Sänger „Vessel“ sind erst in den letzten paar Jahren steil gegangen. Ihr atmosphärischer Mix aus djentigen Metal-Riffs, R&B-artigem Gesang und mystischem Ambiente hat 2023 mit dem Album „Take Me Back to Eden“ für Furore gesorgt. Ungewöhnlich für eine so junge Band ist ihr hoher Slot – Sleep Token spielen ihre einzigen Europashows 2025 exklusiv beim Ring und Park . Das macht ihren Auftritt zum Muss für Fans moderner Klänge. Man darf gespannt sein, ob ihr Kult-Hit „The Summoning“ live ebenso ekstatisch gezelebriert wird wie online – hier werden wohl viele neugierige Gesichter in der Menge stehen, bereit, dem Schlafgott zu huldigen. Ein intensives Erlebnis zwischen Andacht und Ausbruch ist garantiert.

Nicht zu vergessen Powerwolf, die am Sonntag mit bombastischem Power Metal aufwarten. Die saarländische Band hat sich in den letzten Jahren zum Festival-Magneten entwickelt: Ihr pseudo-sakraler Metal (inklusive lateinischer Chöre und Orgelklänge) und das Augenzwinkern ihrer Texte über Werwölfe und Vampire machen einfach Spaß. Live fahren Powerwolf eine der größten Pyro- und Lichtshows des Genres auf, mit brennenden Kandelabern, Konfetti-Einlagen und viel Publikumseinbindung – bei „Resurrection by Erection“ knien zehntausende Metalheads scherzhaft zur „Messe“. Als in Deutschland verwurzelte Größe sind Powerwolf fast schon Co-Headliner-würdig und werden das sonntägliche Nachmittags- bis Abendprogramm grandios abrunden.

Hart und Laut: Metal- und Hardcore-Inferno

Die diesjährige Ausgabe ist ein wahres Paradies für alle Fans der harten Gangart. Neben Slipknot, Korn und BMTH tummeln sich unzählige Metal-, Metalcore- und Hardcore-Bands im Line-up, die den Ring zum härtesten Ort der Republik machen werden.

Für klassischen Metal und Metalcore der 2000er stehen Bullet for My Valentine und Heaven Shall Burn exemplarisch. Bullet for My Valentine aus Wales kehren nach längerer Abstinenz zurück und lassen mit melodiösen Soli und Matt Tucks emotionalen Screams alte Zeiten aufleben. Ihr Album „The Poison“ (2005) hat eine ganze Generation geprägt – man darf darauf wetten, dass „Tears Don’t Fall“ oder „Hand of Blood“ bei so manchem Fan nostalgische Gefühle wecken. Live haben BFMV immer noch ordentlich Dampf unter der Haube und kombinieren eingängige Hooks mit headbang-tauglichen Riffs.

Heaven Shall Burn wiederum gehören quasi zum Inventar des deutschen Metalcore. Seit über 25 Jahren ist die Thüringer Band eine feste Größe in der Szene und für ihre politischen Botschaften sowie brachialen Shows bekannt. Alben wie „Iconoclast“ oder „Veto“ lieferten Hymnen wie „Endzeit“ und „Voice of the Voiceless“, die live zünden. Beim Ring wird HSB erneut die vermutlich größten Circle Pits des Wochenendes lostreten – traditionell fordern sie das Publikum zu gigantischen Mosh-Aktionen heraus, etwa dem berühmten „Wall of Death“. Fans harter Klänge werden hier voll auf ihre Kosten kommen, wenn Marcus Bischoff mit donnernder Stimme „Go!“ schreit und ein Gewitter aus Blastbeats und Gitarrenläufen entfesselt.

Aus Schweden reist eine Melodic-Death-Metal-Legende an: In Flames. Die Göteborger um Anders Fridén waren in den 90ern Wegbereiter ihres Genres mit Alben wie „The Jester Race“ und „Clayman“. Inzwischen haben sie ihren Sound moderner und melodischer gestaltet („I, The Mask“ 2019, „Foregone“ 2023), aber live spannen sie meist einen Bogen von alten Krachern („Only for the Weak“ darf nie fehlen) bis zu neueren Hits. In Flames schaffen es, Härte und Harmonie zu verbinden – ihre Gitarrenmelodien können selbst gestandenen Metallern Tränen in die Augen treiben, bevor wieder die Nackenmuskeln beansprucht werden. Als Mitinitiatoren der einstigen „New Wave of Swedish Death Metal“ passt es hervorragend, dass sie beim Jubiläums-Ring dabei sind, um den langen Atem der Metal-Szene zu demonstrieren.

Freunde extremer Klänge bekommen 2025 ein besonderes Schmankerl: Lorna Shore aus den USA, die aktuell wohl heißeste Deathcore-Band der Welt. Mit ihrer EP „…And I Return to Nothingness“ (2021) und dem viralen Song „To the Hellfire“ lösten sie einen weltweiten Hype aus – vor allem dank Frontmann Will Ramos’ absurd vielseitiger Growls und Screams (Stichwort: Schweinegrunzen auf höchstem Niveau). Das aktuelle Album „Pain Remains“ vereint brutale Breakdowns mit symphonischen Elementen und emotionalen Soli. Live wird Lorna Shore eine Wand aus Sound auffahren, die alles plattwalzt: ultraschnelles Drumming, tiefer gestimmte Gitarren und Ramos als Wirbelwind am Mikro. Für viele Jünger der harten Musik dürfte dieser Auftritt ein absolutes Highlight sein, denn Lorna Shore hatten hierzulande bisher wenige Gelegenheiten, ihr Können zu zeigen.

Die Metalcore-Fraktion ist in diesem Jahr generell stark vertreten. Spiritbox aus Kanada etwa gelten als der Aufsteiger der Szene: Ihr Debütalbum „Eternal Blue“ (2021) schlug ein wie eine Bombe und machte Sängerin Courtney LaPlante zur neuen Ikone des Genres. Songs wie „Holy Roller“ und „Secret Garden“ zeigen ihre gewaltige stimmliche Bandbreite – von glasklarem Gesang bis zu monströsem Schreien. Es ist das erste Mal, dass Spiritbox zum Ring kommen, und die Erwartungen sind hoch. Man kann damit rechnen, dass tausende Fans vor der Bühne stehen, um bei „Circle With Me“ mitzusingen oder sich im Breakdown-Gewitter von „Hurt You“ mitreißen zu lassen. Die Band verbindet djentige Riffs mit Pop-Appeal und wird damit sicherlich auch Neugierige außerhalb der Hardcore-Fans anlocken.

Auch Polaris aus Australien sind Teil der neuen Metalcore-Generation. Trotz eines schweren Schicksalsschlags (ihr Gitarrist starb 2023 tragisch) macht die Band weiter und wird am Ring beweisen, warum sie international als Hoffnungsträger gilt. Mit Alben wie „The Death of Me“ haben Polaris mehrfach die australischen Charts gestürmt – nun bringen sie Songs wie „Masochist“ und „Hypermania“ live nach Deutschland. Energiegeladen, melodisch und doch hart: Polaris schaffen diesen Spagat mühelos. Ihr Auftritt dürfte besonders emotional werden, nicht nur wegen der Umstände, sondern auch wegen der authentischen Performance, für die die Band bekannt ist.

Wer es noch wuchtiger mag, findet bei Whitechapel und Fit For An Autopsy zwei Abrisskommandos des Deathcore-Genres. Whitechapel aus Tennessee bringen tiefste Growls (Sänger Phil Bozeman ist eine Wucht) und technisch anspruchsvolle Riffs – ihr Klassiker „This Is Exile“ oder neuere progressive Stücke wie „Lost Boy“ könnten das Zelt oder die Bühne zum Kochen bringen. Fit For An Autopsy aus New Jersey wiederum hauen mit Sludge- und Death-Metal-Einflüssen in eine ähnliche Kerbe; ihr Song „Black Mammoth“ ist exemplarisch für die wuchtige Klangwand, die sie errichten. Beide Bands garantieren fiese Breakdowns, die den Boden erzittern lassen.

Die Hardcore- und Punk-Hardcore-Helden dürfen im Jubiläumsjahr ebenfalls nicht fehlen. Aus Kalifornien kommt Terror, seit über 20 Jahren eine Institution im Hardcore. Scott Vogel und seine Mannen stehen für kurze, schnelle Hardcore-Tracks voller Breakdown-Power – „Keepers of the Faith“ ist längst ein Genre-Hit. Bei Terror-Shows herrscht traditionell eine wilde Stage-Dive- und Two-Step-Stimmung; Vogel ist bekannt dafür, das Publikum ständig aufs Neue zu animieren, Teil der Show zu werden. Da fliegt garantiert das ein oder andere Mikro ins Publikum zur Gang-Shout-Action.

Ebenfalls energisch zur Sache gehen Stray From The Path aus New York, die mit ihrem groovigen Hardcore an frühe Rage-Against-The-Machine-Zeiten erinnern. Politisch aufgeladen und ungestüm werden Stray FTP Songs wie „First World Problem Child“ oder „Goodnight Alt-Right“ ins Rund feuern – sichere Anreize zum Abreagieren und Mittelfinger in die Luft für eine gute Sache. Auch hier ist Mitmachen angesagt: Frontmann Drew York kennt keine Barrieren zwischen Band und Crowd.

Eine besondere emotionale Note bringt The Ghost Inside mit. Die kalifornische Metalcore-Band überlebte 2015 einen schweren Busunfall, kämpfte sich jahrelang zurück und feierte ein triumphales Comeback. Ihr Auftritt am Ring ist ein Statement von Durchhaltevermögen und Gemeinschaftsgefühl in der Szene. Hymnen wie „Aftermath“ (in dem sie ihre Geschichte verarbeiten) oder Klassiker wie „Engine 45“ werden sicherlich Gänsehaut-Momente bescheren – hier treffen harte Breakdowns auf textsichere Fans, die jeden Wortfetzen aus voller Kehle mitschreien.

Doch damit nicht genug: Nasty, eine deutsch-belgische Hardcore-Truppe mit Vorliebe für ultraharte Beatdown-Breakdowns, wird einen der heftigsten Circle-Pits lostreten. Ihr Frontmann Matthi brüllt mit einer Intensität, die einem Vorschlaghammer gleicht – genau das Richtige für Festivalbesucher, die sich mal richtig austoben wollen. Pain of Truth aus New York verkörpern die neue Hardcore-Generation: erst 2021 gegründet, aber schon jetzt mit ihrem oldschooligen NYHC-Sound in aller Munde. Fans dürfen gespannt sein, wie Songs von „Not Through Blood“ live zünden, bestimmt begleitet von ordentlich Fingerpointing und Pile-ons.

Last but not least, seien Kittie erwähnt – eine echte Rarität im Line-up. Die Kanadierinnen von Kittie waren Ende der 90er/frühe 2000er als All-Female-Metalband Pionierinnen in einer Männerdomäne. Mit „Brackish“ landeten sie einen Alternative-Metal-Hit, dann wurde es lange still. Jetzt sind Kittie zurück auf Festivalbühnen, was vielen altgedienten Fans ein nostalgisches Grinsen entlockt. Die Mischung aus Nu Metal, Alternative und knallharten Shouts von Frontfrau Morgan Lander wird zeigen, dass die Damen nichts verlernt haben. Ihr Auftritt dürfte sowohl nostalgisch als auch empowernd wirken – schließlich haben Kittie den Weg bereitet für viele Frauen im Metal. 2025 bringen sie diese Legacy an den Ring.

Punk, Rock und Alternative für jeden Geschmack

Natürlich lässt ein Jubiläums-Rock am Ring auch die Freunde von Punk, Pop-Punk, Emo und Alternativrock nicht hängen. Das Line-up strotzt nur so vor Abwechslung jenseits des Metal-Kosmos – von melodischem Skatepunk über britischen Post-Punk bis zu modernem Alternative Rock.

Für Punkrock-Vibes erster Güte stehen Beatsteaks und Turbostaat. Die Beatsteaks aus Berlin gehören seit den 2000ern zu Deutschlands Live-Highlights: Ihr Mix aus Punk, Rock und Funk, gepaart mit Arnim Teutoburg-Weiß’ unverkennbarer Stimme, sorgt immer für Partystimmung. Nach Hits wie „I Don’t Care As Long As You Sing“, „Hand in Hand“ oder „Let Me In“ lechzt das Publikum geradezu – und die Beatsteaks werden liefern. Bei ihren Shows wird getanzt, gemosht und mitgegrinst; sie verstehen es, die Crowd als Chor einzusetzen. 2025 sind sie wieder am Ring dabei, was viele Fans des klassischen Gitarrenrocks freuen wird. Turbostaat aus Flensburg wiederum bieten Punk mit Tiefgang: Ihre deutschen Texte sind poetisch und nachdenklich, während die Musik treibend und kathartisch wirkt. Songs wie „Ralph“ oder „Alles bleibt konfus“ haben sich in der hiesigen Punk-Szene eingebrannt. Live erzeugen Turbostaat eine intensive Stimmung – kein lautes Pogo, sondern eher gemeinsames Schwelgen und Mitbrüllen unter Gleichgesinnten. Als Vertreter der „Hamburger Schule meets Punkrock“-Fraktion sind sie eine schöne Bereicherung fürs Line-up.

Liebhaber des Skatepunks und Fun-Punks kommen bei Millencolin, Zebrahead und ZSK auf ihre Kosten. Millencolin aus Schweden sind seit den 90ern unterwegs und liefern melodischen Punkrock, der nach Sommer, Skateboard und Vans-Schuhen klingt. Ihr Ohrwurm „Bullion“ oder das gefühlvolle „The Ballad“ dürften manchen wieder wie 16 fühlen lassen. Trotz langer Karriere haben Millencolin live nichts an Spritzigkeit verloren – die Refrains sind laut wie eh und je, die Gitarrenriffs gehen direkt ins Bein. Zebrahead aus Kalifornien wiederum bringen die Crossover-Party: Sie mischen Punkrock mit Rap-Einlagen und reichlich Humor. Bekannt wurden sie mit Songs wie „Playmate of the Year“ und „Falling Apart“, die auch hierzulande in den 2000ern rauf und runter liefen. Auf der Bühne ist bei Zebrahead immer Action angesagt – gerne werden Bierbong-Einlagen oder witzige Publikumsaktionen eingebaut. Zusammen mit ihren jüngeren Songs und neuem Sänger werden sie den Spirit der Vans Warped Tour an den Ring teleportieren. ZSK aus Berlin komplettieren die Riege: Als deutsche Skatepunk-Band mit klar antifaschistischer Haltung werden sie Messages und Melodien unters Volk bringen. Hits wie „Antifascista“ oder „Kein Mensch ist illegal“ zeigen, wofür ZSK stehen – und live entlädt sich das in schweißtreibendem Punk mit Haltung. Für einen Jubiläumsring, der auch die Wurzeln feiert, sind ZSK genau richtig, schließlich knüpfen sie an den Punkethos der Anfangstage an.

Die Pop-Punk- und Emo-Freunde dürfen sich insbesondere auf A Day To Remember, Boston Manor, Nothing More und Touché Amoré freuen – wobei letztere mehr Post-Hardcore/Emo vertreten. A Day To Remember aus Florida sind seit Jahren Experten darin, Pop-Punk-Melodien mit Hardcore-Breakdowns zu kombinieren. Hymnen wie „The Downfall of Us All“ oder „All I Want“ sorgen dafür, dass man erst wild tanzt und kurz darauf in einen Moshpit gezogen wird. ADTR-Shows sind pure Fun-Energie: Nicht selten surft ein Bandmitglied auf einem riesigen Schlauchboot über die Menge oder es fliegen Konfettikanonen los. Jeremy McKinnon und seine Jungs wissen, wie man Festivalcrowds anheizt – ihre Mischung aus Zuckerbrot und Peitsche (süße Melodie, plötzliches Brett) hält alle wach.

Boston Manor aus England repräsentieren die jüngere Emo-Welle aus UK. Ihre Songs, z.B. „Halo“ oder „Laika“, verbinden melancholischen Alternative Rock mit poppigen Hooks, aber auch Ausbrüchen. Live überzeugen sie mit Authentizität – man merkt, dass hier eine Band auf der Bühne steht, die noch hungrig ist und sich beweisen will. Boston Manor könnten als Geheimtipp im Nachmittagsprogramm viele neue Fans dazugewinnen, wenn sie ihre Mischung aus Gefühl und Kraft richtig zünden.

Eher dem Alternative-Rock zuzuordnen, aber mit ordentlich Wumms, sind Nothing More. Die US-Band um Sänger Jonny Hawkins hat sich durch unermüdliches Touren einen Namen gemacht. Ihr Sound ist modern und bombastisch, mit Hits wie „Go To War“ oder „This Is The Time (Ballast)“, die in den US-Rockcharts weit oben standen. Berühmt-berüchtigt ist ihr Live-Setup: Hawkins klettert gerne auf eine selbstgebaute Konstruktion namens „Scorpion Tail“, einem gebogenen Metallarm, den er als MIDI-Controller und Turngerät zugleich nutzt – das muss man gesehen haben. Nothing More werden mit ihrem progressiv angehauchten Hardrock sicher einige Münder offen stehen lassen. Technisch versiert und dennoch emotiv bieten sie etwas Abwechslung zwischen all den Genres.

Touché Amoré aus Los Angeles bedienen den emotionalen Post-Hardcore. Jeremy Bolms markerschütternder Schrei und die intensiven, poetischen Texte der Band („Flowers and You“, „~“ etc.) haben Touché Amoré zu Lieblingen der Hardcore/Emo-Szene gemacht. Ihr Album „Stage Four“ (in dem Bolm den Tod seiner Mutter verarbeitet) ist herzzerreißend – live entlädt sich diese Emotion in mitgeschrienen Zeilen und einem wahren Gefühlssturm. In der intimeren AtmosphäRe einer kleineren Bühne könnte dieser Auftritt für viele zu einem der intensivsten Momente des Festivals werden. Touché Amoré verkörpern die verletzliche, künstlerische Seite des sonst so harten Hardcore und sorgen so für Tiefe im Line-up.

Freunde britischen Alternative-Rocks sollten Biffy Clyro nicht verpassen. Die schottischen Chartstürmer haben zwar keinen Headliner-Spot dieses Jahr, sind aber als einer der „bereits angekündigten Acts“ früh im Line-up gelistet und definitiv einer der Hochkaräter. Biffy sind bekannt für hymnische Songs à la „Mountains“, „Many of Horror“ oder rockige Bretter wie „That Golden Rule“. Ihre Shows sind leidenschaftlich – Simon Neil schreit, flüstert und singt mit jeder Faser, während seine Bandkollegen Johnston das Fundament legen. Biffy Clyro haben bereits Festivals wie Reading/Leeds angeführt; am Ring werden sie zwar „nur“ im Vorabend-Slot spielen, aber sicherlich Headliner-Momente erschaffen. Wer sich also schon am Nachmittag die Seele aus dem Leib singen will, ist hier richtig aufgehoben.

Auch Idles aus Bristol sollten erwähnt werden: Die Post-Punk/Dada-Punk-Sensation der letzten Jahre bringt ihre krachende, kathartische Liveshow nach Nürburg. Idles haben mit Alben wie „Joy as an Act of Resistance“ bewiesen, dass wütende, sozialkritische Musik wieder einen festen Platz im Mainstream finden kann. Songs wie „Never Fight A Man With A Perm“ oder „Danny Nedelko“ sind bissig, groovig und zugleich erstaunlich mitreißend. Live sind Idles eine Urgewalt – Frontmann Joe Talbot schreit sich die Seele aus dem Leib, während Gitarrist Mark Bowen schon mal im Kleid stagedivet. Ihre Message von Empathie und Zusammenhalt in harten Zeiten passt perfekt zum Gemeinschaftsgefühl eines Festivals. Für viele Indie- und Alt-Rock-Fans gehören Idles zu den absoluten Must-sees 2025.

Wer es ganz klassisch melodisch mag, darf Weezer nicht übersehen – jawohl, Weezer kommen tatsächlich zum Ring! Die Kalifornier um Rivers Cuomo, bekannt für Nerd-Pop-Hymnen der 90er, haben mit „Buddy Holly“, „Island in the Sun“ oder „Beverly Hills“ absolute Kulthits im Gepäck. Es dürfte das erste Mal sein, dass Weezer auf der Nürburgring-Bühne stehen, und das 40. Jubiläum könnte keinen passenderen Moment bieten, um diese Indie-Legenden zu präsentieren . Man stelle sich tausende Menschen vor, die „Oooh-wee-ooh, I look just like Buddy Holly“ mitsingen – Gänsehaut und breite Grinsen garantiert! Weezer haben in den letzten Jahren etliche Alben veröffentlicht (sogar ein jahreszeitenbasiertes EP-Projekt), aber live konzentrieren sie sich erfahrungsgemäß auf die bekannten Brecher aus den 90ern und 2000ern. Ihr sonniger, gitarrengetriebener Sound ist die perfekte Abwechslung zwischen all den harten Bands – ein bisschen College-Rock-Feeling für das Jubiläum.

Ein Farbtupfer im Programm sind Frank Turner & The Sleeping Souls. Der britische Singer-Songwriter und Punkrock-Barde hat eine treue Fangemeinde in Deutschland, die seine akustik-gitarrengetränkten Hymnen liebt. Turners Songs wie „I Still Believe“ (eine Ode an die verbindende Kraft der Musik) oder „Photosynthesis“ (mit der unvergesslichen Zeile „I won’t sit down, and I won’t shut up…“) sind prädestiniert fürs gemeinsame Singen in Festivalatmosphäre. Frank Turner hat bereits etliche Male bewiesen, dass er große Bühnen füllen kann, obwohl seine Wurzeln im kleinen Punkclub liegen. Mit voller Band, den Sleeping Souls, entfalten die Stücke noch mehr Druck und Dynamik. Dieser Auftritt wird Balsam für alle, die zwischen Metalcore und Punk mal kurz ihr Herz ausschütten wollen – und am Ende tanzt man doch wieder Arm in Arm, wenn Turner „Four Simple Words“ anstimmt: „I want to dance!“.

Heimspiel: Die deutsche Szene am Ring

Kein Rock am Ring ohne eine ordentliche Portion deutsche Acts – und 2025 ist diese so vielfältig wie nie. Von Punkrock über Indie bis Hip-Hop sind etliche Künstler aus der Heimat vertreten, was dem Jubiläums-Line-up eine schöne lokale Note verleiht.

An vorderster Front stehen die bereits erwähnten K.I.Z, Kontra K, Beatsteaks, Powerwolf und Heaven Shall Burn, die jeweils ihre feste Fanbase in Deutschland haben. Doch daneben gibt es noch viel mehr zu entdecken: Feine Sahne Fischfilet zum Beispiel. Die Punkband aus Mecklenburg-Vorpommern ist bekannt für ihren engagierten antifaschistischen Einsatz und mitreißende Ska-Punk-Hymnen. Lieder wie „Komplett im Arsch“ oder „Nur Applaus“ bringen linke Botschaften unters Volk, ohne den Spaß zu kurz kommen zu lassen. Beim Ring werden Feine Sahne garantiert ein großes Pogo- und Mitsing-Fest veranstalten – und vielleicht auch politische Statements gegen Rechts setzen, die in diesen Zeiten wichtiger denn je sind.

Ein besonderes Jubiläumsbonbon ist die Teilnahme von Tocotronic. Die Hamburger Indie-Veteranen der „Hamburger Schule“ sind seit den 90ern aktiv und haben mit „Jugend ohne Gott gegen Faschismus“ gerade erst wieder ein vielbeachtetes Album veröffentlicht. Tocotronic standen früher eher für introvertierte Clubshows, doch mittlerweile fühlen sie sich auch auf Festivalbühnen zuhause. Es ist zwar ungewöhnlich, Dirk von Lowtzow und seine Mitstreiter zwischen Metalcore-Bands zu sehen, aber genau das macht den Reiz aus: Songs wie „Die Welt kann mich nicht mehr verstehen“ oder „Let There Be Rock“ (ihr augenzwinkernder Indiehit) werden für Abwechslung sorgen und zeigen, dass auch intellektueller Indie-Rock Teil der Rock-am-Ring-DNA ist.

Für die Indie- und Alternative-Fraktion aus Deutschland sind außerdem Acts wie Die Nerven, Drangsal, Mia Morgan und Deine Cousine am Start. Die Nerven aus Stuttgart haben sich mit ihrem brachialen Post-Punk/Noise-Rock und Alben wie „Fake“ den Ruf als hervorragende Liveband erarbeitet – intensiv, laut, kompromisslos. Drangsal alias Max Gruber bringt New-Wave-angehauchten Indie-Pop mit deutschen Texten, irgendwo zwischen The Cure und NDW. Sein Hit „Allan Align“ oder „Turmbau zu Babel“ zeigen seine 80s-Einflüsse und werden live zu charismatischen Performances, da Gruber ein echter Exzentriker auf der Bühne sein kann. Mia Morgan ist eine der spannendsten neuen Stimmen im deutschsprachigen Alternativ-Pop: Ihr Stil vereint Gothic-Ästhetik, 80s-Synths und moderne Lyrics. Stücke wie „Waveboy“ oder „Valentinstag“ dürften in ihrer düster-romantischen Art ein Kontrastprogramm auf dem Festival liefern. Deine Cousine schließlich sorgt für handfesten Deutschrock mit Punk-Attitüde. Die Hamburgerin Ina Bredehorn nennt sich augenzwinkernd „Deine Cousine“ und rockt mit Songs wie „Bielefeld, Paris, St. Georg“ oder „Attacke“ die Clubs – jetzt darf sie das am Ring unter Beweis stellen. Wer auf kraftvolle Frauenstimmen und rotzigen Rock steht, ist hier richtig.

Auch Deutschpunk ist 2025 vertreten: ZSK hatten wir schon, aber auch Massendefekt werden Flagge zeigen. Die Punkrocker vom Niederrhein liefern seit Jahren ehrlichen, melodiösen Punk mit Hymnencharakter. „Zwischen Gleich und Anders“ oder „Wo ich dich finde“ laden zum Mitsingen ein, während die Band kompromisslos nach vorne prescht. Massendefekt gehören vielleicht nicht zu den bekanntesten Namen, aber ihre Live-Qualitäten sind unbestritten – hier bekommt man solide Kost für Punk-Puristen.

Eine schöne Ergänzung ist Adam Angst, das Projekt des Sängers Felix Schönfuss. Adam Angst verbinden punkige Gitarren mit Indie-Elementen und vor allem klugen, sarkastischen deutschen Texten. „Alexa“ – ein Song, der Amazon’s Sprachassistentin kritisch beleuchtet – oder „Professoren“ (eine Abrechnung mit Besserwissern) zeigen den bissigen Humor. Live sind Adam Angst energiegeladen und interaktiv; Schönfuss ist bekannt dafür, auch mal Publikumswünsche einzubauen oder Anekdoten zu erzählen. Für Fans der deutschen Alternative-Punk-Szene ist das sicher ein Fixpunkt.

Und was wäre ein Ring ohne Spaß und Kuriositäten aus der Heimat? SDP, das Berliner Duo Vincent & Dag, bringen ihre einzigartige Mischung aus Pop, Rock, Hip-Hop und Klamauk mit. SDP sind keine klassische Band, eher ein Phänomen: Mit Songs wie „Die Nacht von Freitag auf Montag“ oder „Ich will nur dass du weißt“ (mit Capital Bra) haben sie millionenfache Streams, obwohl sie abseits des Mainstream-Radios stattfinden. Live verwandeln SDP jede Bühne in eine riesige Party mit Konfetti, Kostümen und einer kompletten Live-Band im Rücken. Ihr Auftritt wird sicher ein buntes Spektakel – ideal für alle, die nach viel harter Musik auch mal albern-feiern wollen. Man darf davon ausgehen, dass spätestens bei „Ne Leiche“ die ganze Crowd lachend mitsingt.

Eine spezielle lokale Note bietet Kasalla – die Kölschrock-Band aus Köln tritt nur bei Rock am Ring, nicht aber in Nürnberg auf (ein exklusiver Ring-Act) . Kasalla singen im Kölner Dialekt und sind normalerweise auf Karnevalsbühnen oder Stadtfesten zu Hause, doch 2025 mischen sie das Rockfestival auf. Mit Liedern wie „Pirate“ oder „Stadt met K“ bringen sie rheinische Lebensfreude und Mitschunkel-Garantie in die Eifel. Das dürfte einer der herzerwärmenden Momente werden, wenn 90.000 Menschen ein kölsches Lied anstimmen und für ein paar Minuten kölsche Fastelovend-Stimmung aufkommt – eine herrliche Vorstellung, die zeigt, wie vielfältig dieses Jubiläumsprogramm ist.

Nicht zu vergessen: Olli Schulz & Band. Der Hamburger Singer-Songwriter, vielen bekannt durch seine humorvollen Podcasts und TV-Auftritte, ist auch musikalisch ein Erlebnis. Olli Schulz’ Songs wie „So muss es beginnen“ oder „Schrecklich schön“ pendeln zwischen Spaß und Melancholie, und seine Live-Auftritte leben vor allem von den ausschweifenden Anekdoten, die er zwischen den Liedern erzählt. Man sagt, Olli könne auf der Bühne aus nichts eine halbe Stunde Entertainment zaubern – perfekt, um am frühen Abend das Publikum gleichzeitig zum Lachen und Nachdenken zu bringen. In Begleitung seiner Band bekommen seine Lieder zudem ordentlich Drive. Für all jene, die bei all dem Krach auch mal leisere Töne und feinen Humor genießen wollen, ist Olli Schulz genau richtig.

Newcomer, Kult und Kuriositäten: Die Specials 2025

Neben den großen Namen glänzt Rock am Ring traditionell auch durch die Entdeckung neuer Lieblinge und außergewöhnliche Programmpunkte. 2025 haben es einige frische Acts und spannende Projekte ins Line-up geschafft, die man sich näher anschauen sollte.

Da wäre zum Beispiel Seven Hours After Violet – noch nie gehört? Dahinter steckt niemand Geringeres als Shavo Odadjian, Bassist von System Of A Down, mit seiner neuen Band! Erst 2024 gegründet, verbinden Seven Hours After Violet alternative Metal-Klänge mit experimentellen Elementen. Man darf gespannt sein, wie sich diese „Supergroup“ live schlägt; vielleicht gibt’s ja als Gag sogar ein S.O.A.D-Riff zu hören. So oder so: Für Fans der armenisch-amerikanischen Alt-Metal-Helden könnte dies der Überraschungs-Act des Wochenendes werden.

International und überraschend sind auch SiM und Survive Said The Prophet aus Japan vertreten. SiM (Silence iz Mine) wurden weltweit bekannt, als ihr Song „The Rumbling“ als Titelsong für den Anime Attack on Titan durch die Decke ging – ein Reggae-Metal-Mix, der aufhorchen lässt. Live ist die Band ein wilder Ritt durch Genres: Metalcore, Ska, Reggae, Punk – hier kommt alles zusammen. Mit ihrem Japan-Import-Status dürften SiM am Ring ziemlich herausstechen. Survive Said The Prophet bewegen sich im Post-Hardcore und haben mit „Mukanjyo“ (Opening des Animes Vinland Saga) ebenfalls einen Hit in der Hinterhand, den vielleicht manche Anime-Fans erkennen. Ihr Sound ist emotional und hart zugleich – diese Fernost-Exporte zeigen, dass Rock am Ring auch global denkt und Acts von weit her holt.

Freunde ungewöhnlicher Genre-Mixes sollten Brutalismus 3000 nicht verpassen. Das Berliner Duo hat in der Underground-Szene bereits Kultstatus: Sie kombinieren harten Gabber-Techno mit Punk-Attitüde und rotziger Vocals von Sängerin Victoria. Normalerweise eher in Nachtclubs oder auf Rave-Festivals zu Hause, mischen Brutalismus 3000 nun den Ring auf – und das könnte eines der wildesten Dance-Punk-Erlebnisse werden. Tracks wie „Die Liebe kommt nicht aus Berlin“ knallen mit 150 BPM aus den Boxen, dazu Stroboskop-Gewitter und Pogo im Four-to-the-Floor-Takt. Hier trifft Techno auf HC-Punk-Fans, und alle tanzen gemeinsam – wenn das kein Zeichen für den Brückenschlag der Subkulturen ist!

Für die Gothic- und Dark-Rock-Liebhaber bieten VOWWS, Zetra und Holy Wars spannende Kost. VOWWS, ein Duo aus Australien/LA, bringt dunklen Synth-Rock mit Post-Punk-Einschlag. Sie haben schon mit Altmeister Gary Numan gearbeitet und tourten mit Poppy – ihre ästhetisch-düsteren Klänge (z.B. „Charm and Conquer“) schaffen sicher eine hypnotische Atmosphäre. Zetra aus England setzen ebenfalls auf düstere Stimmung: Das Duo spielt eine Mischung aus Shoegaze, Doom und 80s-Synthie, verpackt in mysteriöses Auftreten. Man kann sie sich als eine Art moderne Version von Type O Negative vorstellen, aber mit deutlich eigener Note. Wer Lust auf etwas ganz Anderes hat, sollte einen Abstecher zu Zetra wagen – möglicherweise eine der entdeckungswürdigsten Newcomer am Wochenende. Holy Wars aus Los Angeles, angeführt von Sängerin Kat Leon, kombinieren Alternative Rock mit elektronischen Elementen und viel Emotion. Ihre Songs wie „Welcome to My Hell“ sind hymnisch und persönlich zugleich. Holy Wars könnten Fans von Bands wie Pvris oder Garbage ansprechen und sorgen für weibliche Power im Line-up.

Apropos weibliche Power: Poppy ist dabei! Die US-Künstlerin sprengt seit Jahren jegliche Kategorien – zuerst als abstruse YouTube-Pop-Puppe bekannt geworden, dann als Metalprinzessin mit Songs wie „X“ oder „I Disagree“. Poppy wechselt mühelos zwischen süßen Melodien und heftigen Screamo-Attacken. Live ist sie ein Erlebnis, weil man nie weiß, was als Nächstes passiert: Headbangen? Tanzen? Gruseln? Alles zugleich? Mit ihrem avantgardistischen Sound und Style dürfte Poppy einer der auffälligsten Acts am Ring sein und besonders jüngere Fans aus der TikTok-Generation anlocken, die ihren Genre-Clash lieben.

Auch AViVA und LØLØ sprechen das jüngere Publikum an. AViVA, eine australische Sängerin, hat mit Songs wie „Rabbit Hole“ Millionen Streams gesammelt. Ihr Stil liegt irgendwo zwischen Alternative-Pop und Emo-Rock, mit eingängigen Hooks und dunkler Attitüde. Sie selbst tritt mit unverkennbarem Look auf (meist schwarz-weißes Outfit, grüne Haare) und zieht ihre Fans – oft via Social Media gewonnen – nun erstmals auf die Festivalbühnen. LØLØ aus Kanada wiederum könnte man als die Pop-Punk-Prinzessin der TikTok-Generation bezeichnen. Sie schreibt freche, melodische Songs über Herzschmerz und Jugend, hat aber auch kräftige Gitarren im Gepäck. Ihr Hit „debbie downer“ (feat. Maggie Lindemann) oder „u look stupid“ zeigen ihre Attitüde. Für Fans von Avril Lavigne oder neuerdings Olivia Rodrigo ist LØLØ sicherlich ein Act, den man sich anschauen sollte – vielleicht der Beginn einer großen Karriere, und wir können später sagen: „Wir haben sie am Ring 2025 gesehen, als sie noch klein war.“

Zu den rockigen Newcomern aus Deutschland/Austria zählen Future Palace, FJØRT (wenngleich FJØRT schon etabliert sind in ihrer Szene) und Leftovers. Future Palace aus Berlin kombinieren Post-Hardcore mit Metalcore und einem Hauch Electronica. Sängerin Maria Lessing verleiht der Band durch klare Gesangslinien Kontrast zu den harten Riffs – Songs wie „Paradise“ oder „Ghost Chapter“ zeigen, dass Future Palace durchaus internationales Format haben. FJØRT aus Aachen sind im Post-Hardcore verwurzelt und für ihre intensiven deutschen Texte bekannt. Ihre Alben „Kontakt“ und „Couleur“ brachten ihnen viel Kritikerlob ein; live sind FJØRT ein brachiales Erlebnis voller Emotion, bei dem man die Leidenschaft in jedem Schrei spürt. Sie gehören zu den Acts, die man fühlt, auch wenn man die Texte nicht kennt – die Wucht der Musik spricht für sich. Leftovers, eine junge Band aus Wien, bringt deutschsprachigen Post-Punk/Indie-Punk mit. Interessanterweise singen sie wohl auf Deutsch trotz des englischen Namens. Hier könnten Fans von Drangsal oder Die Nerven einen neuen Liebling finden. Leftovers stehen noch am Anfang, aber ihr Auftritt am Ring gibt ihnen die Chance, viele offene Ohren zu erreichen.

Eine Prise Hard Rock und Blues liefert die Kris Barras Band. Kris Barras ist ein britischer Blues-Rock-Gitarrist, der mit seiner Band klassischen rockigen Sound ins Festival bringt. Das mag im Line-up fast exotisch wirken, aber Songs wie „Ignite (Light It Up)“ oder „Lovers or Losers“ sind eingängig, groovy und perfekt, um am früheren Nachmittag entspannt mit dem Kopf zu nicken und ein Bier zu genießen. Für Vielfalt ist also auch hier gesorgt.

Und dann gibt es da noch jene Acts, die man kaum einordnen kann, die aber das Festivalleben so bereichern: Electric Callboy DJ-Set und Evil Jared x Krogi. Electric Callboy (früher Eskimo Callboy) sind mittlerweile zu großen Metalcore-Party-Stars avanciert, aber diesmal treten sie nicht mit Band auf, sondern als DJ-Team. Was das bedeutet? Vermutlich eine späte Stunde voller eskalierender Party-Tracks, Remixes und natürlich ihren eigenen Hits wie „Hypa Hypa“, „We Got The Moves“ – nur eben aufgelegt und durch den Mixer gedreht. Da wird die Menge auch nach den regulären Konzerten weiterfeiern können, als wäre es ein Rave. Konfetti, bunte Lichter und alberne Einlagen inklusive, kennt man die Jungs. Ideales Programm für Nachtschwärmer, die noch nicht ins Zelt wollen.

Evil Jared x Krogi versprechen ebenfalls hohe Unterhaltungswerte: Evil Jared Hasselhoff, der legendäre Bassist der Bloodhound Gang, ist in Deutschland längst TV-Persönlichkeit und Partykönig. Zusammen mit Krogi (aka Michael Krogmann, bekannt aus dem Rocket Beans-Universum) bildet er ein Duo, das wohl für Chaos und Spaß sorgen wird. Ob sie nun als DJs auflegen, Trinkspiele veranstalten oder einfach absurden Unfug treiben – man kann sicher sein, dass es witzig wird. Möglicherweise moderieren sie auch Teile des Programms oder heizen dem Publikum zwischen den Bands ein. Gerade im Jubiläumsjahr kann man sich solche spaßigen Specials gut vorstellen, um die Wartezeiten zu versüßen.

Zu erwähnen sind schließlich noch zahlreiche weitere Newcomer und Geheimtipps, die das Unter- und Mittelfeld des Line-ups bereichern: Creeper aus UK mit ihrem theatralischen Goth-Punk, Destroy Boys aus Kalifornien mit frechem Riot-Grrrl-Punk, Dead Poet Society (US-Alternative Rock mit viel Groove), Defects (eine neue Metalcore-Band aus UK, u.a. mit Ex-Mitgliedern von The Raven Age), I See Stars (Veteranen des Electronicore aus den USA, nach längerer Pause wieder live aktiv), Imminence aus Schweden (Metalcore mit Geige und großen Gefühlen), Northlane aus Australien (Progressive Metalcore, sehr innovativ – ihr Song „Quantum Flux“ ist ein Genre-Hit), Smash Into Pieces aus Schweden (moderner Alternative Rock mit elektronischer Note – und maskiertem Drummer), Soft Play aus UK (früher als Slaves bekannt, ein Punk-Duo mit maximaler Energie), Static Dress aus UK (neue Post-Hardcore-Hoffnung mit visuell-künstlerischem Konzept), Spiritual Cramp aus den USA (Post-Punk der alten Schule, als käme er direkt aus den 80ern), Still Talk und The Red Flags (zwei aufstrebende Acts aus Deutschland, die man im Auge behalten sollte), Superheaven aus den USA (reunited Grunge/Emo-Band, ein Leckerbissen für 90s-Fans) und Teen Mortgage (Garage-Punk-Duo aus Washington D.C. mit ordentlich Krach). All diese Namen sind Belege dafür, wie liebevoll kuratiert das Line-up ist – hier wurden nicht nur große Namen gebucht, sondern auch viele Bands, die gerade im Kommen sind oder einen speziellen Kultstatus in ihren Nischen genießen.

Ausblick: Drei Tage Ausnahmezustand

Die Mischung macht’s: Rock am Ring 2025 vereint Jung und Alt, Hart und Zart, Mainstream und Underground. Das 40. Jubiläum soll nicht nur eine Nostalgieshow sein, sondern vor allem ein Blick nach vorne – und das Line-up spiegelt das deutlich wider. Headliner, die aktuelle Alben am Start haben und eine neue Generation ansprechen, treffen auf Urgesteine, die man sich immer wieder gern ansieht. Dazwischen Newcomer, die vielleicht in ein paar Jahren selbst oben auf den Plakaten stehen.

Unvergleichliche Festivalstimmung: Wenn die Sonne über dem Nürburgring untergeht, erwacht Rock am Ring zum Leben. Drei Tage lang feiern 90.000 Fans die Musik und das 40-jährige Bestehen des Kult-Festivals.

Man darf auch gespannt sein, welche Überraschungen das Veranstalter-Team zum runden Geburtstag noch vorbereitet. Die Rede ist von zwei speziellen Gästen zum Auftakt – vielleicht ehemalige Headliner oder Kultbands aus den Anfangsjahren? Die Spekulationen schüren die Vorfreude nur noch mehr. Sicher ist: Sobald am 6. Juni die ersten Riffs erklingen, wird der Asphalt des Nürburgrings beben und eine Welle der Euphorie durch die Menge schwappen.

Rock am Ring ist mehr als ein Festival – es ist ein Ritual, ein jährliches Familienfest der Rock-Community. 2025 wird diese Familie so groß wie nie zuvor und so bunt gemischt wie selten. Also holt die Springerstiefel und Festivalhüte raus, übt schon mal die Textzeilen von Slipknot bis K.I.Z und stärkt eure Nackenmuskeln: Das 40 Years Anniversary Rock am Ring wird in die Annalen eingehen. In journalistisch nüchternen Worten ließe sich sagen: Dieses Line-up setzt Maßstäbe und verspricht ein Festivalwochenende der Superlative . Aber um es mit den Worten eines begeisterten Fans auszudrücken, die vielleicht schon bald über den Zeltplatz schallen: Rock am Ring, wir freuen uns auf dich – mach dich bereit für die größte Sause des Jahres! | Foto: Rock am Ring (2024)

Rock am Ring 2025 ist ausverkauft!

Impressionen von Rock am Ring 2024